Begleitprogramm
Das Begleitprogramm zur Ausstellung "Peace Counts. Die Erfolge der Friedensmacher" bot eine Reihe hochkarätiger Kulturangebote:
- die Eröffnung
- die thematischen Abendveranstaltungen
- ein Workshop für Kinder in der Stadtbibliothek
- ein Konzert: Friedensmusik
- und eine Filmreihe mit Dokumentarfilmen
Die Eröffnung

3. Februar, 19 Uhr
Gasteig, Foyer vor dem Kleinen Konzertsaal
Eröffnet wurde die Ausstellung von Renate Grasse (Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik, Veranstalter), Dr. Heinz Lehmeier (Leiter des
Pädagogischen Instituts), Michael Gleich
(Initiator von Peace Counts) und
Joe Doherty (Friedensmacher
aus Nordirland).

Für eine Musikalische Umrahmung sorgte Big Beatz aus Neuperlach.

Joe Doherty und Michael Gleich
Die thematischen Abendveranstaltungen
fanden alle im Gasteig, Rosenheimerstr. 5 im Vortragssaal der Bibliothek statt.
5. Februar, 19 Uhr
Versöhnen statt Vergessen? Vergangenheitsbewältigung als Aufgabe
Bosnien, Kambodscha, Afghanistan, Ruanda, Irak - in vielen Staaten der Welt haben unterschiedliche Bevölkerungsgruppen einander unendlich viel Leid und Unrecht angetan. Nach beendeten Kriegen und Konflikten stehen Täter und Opfer vor der Herausforderung, wieder miteinander zu leben, eine gemeinsame Zukunft zu gestalten. Wie ist das möglich? Die Gesellschaften haben unterschiedliche Wege zur Bewältigung dieser Aufgabe eingeschlagen. Welche Erfahrungen wurden gemacht? Was bewährt sich, wo liegen die Schwierigkeiten?
Dr. Susanne Buckley-Zistel arbeitet an der Freien Universität Berlin und hat den Übergang vom Konflikt zum Frieden in Ruanda nach dem Genozid erforscht. Julia Viebach arbeitet in Institut für Entwicklung und Frieden der Universität Duisburg über Ruanda. Joe Doherty, ehem. Mitglied der IRA, arbeitet in Nordirland im Projekt "Dealing with the past".
10. Februar, 19 Uhr
Kein Frieden ohne Staat? Über den Aufbau von Demokratie und Zivilgesellschaft
Kriege gehen heute oft einher mit dem Phänomen zerfallender oder schwacher Staaten, die nicht in der Lage sind für Infrastruktur, Gesundheit oder Bildung Sorge zu tragen. Wo der Staat Gesetze nicht durchsetzen kann, gewährleistet er auch nicht den Schutz seiner Bevölkerung vor der Gewalt privater Militärverbände. Am Beispiel von Afghanistan und dem Kosovo soll diskutiert werden, ob und inwieweit der Staatsaufbau von außen unterstützt werden kann. Welche Lehren wurden aus den ernüchternden Bilanzen bisheriger Friedenskonsolidierung gezogen?
Prof. Dr. Marie-Janine Calic lehrt an der LMU Ost- und Südosteuropäische Geschichte und ist insbesondere forschend und beratend tätig im Bereich von Konfliktprävention, Wiederaufbau und internationaler Friedensarbeit in Südosteuropa.
Dr. Conrad Schetter arbeitet am Zentrum für Entwicklungsforschung in Bonn schwerpunktmäßig zu Afghanistan.
Dr. Lexia Feszczak, Ärzte der Welt e.V
Workshop für Kinder
12 Februar, 8.30 - ca. 10.00 Uhr
Münchner Stadtbibliothek Am Gasteig /Kinder- und Jugendbibliothek
Ich wäre gern ein Huhn - Workshop für 5. und 6. Schulklassen
Für das Buch „Ich wäre gern ein Huhn" von Beatrix Schnippenkoetter haben Kinder und Jugendliche aus aller Welt den gleichen Fragebogen beantwortet. Krieg und Frieden sind prägend für die Wünsche und Ängste von Kindern in vielen Ländern. Die Schüler lernen in dem Workshop mit der Literaturvermittlerin Jule Pfeiffer-Spiekermann den Alltag in Krisengebieten kennen. Anschließend füllen die Schüler selbst den Fragebogen aus. Aus den Bögen wird für die Klasse ein Buch gebunden.
Der Workshop hat stattgefunden und die Schüler haben begeistert mitgemacht.
Konzert
12. Februar, 20:00 Uhr
Gasteig, Rosenheimner Str. 5, Kleiner Konzertsaal
Frieden und Musik
Konservatorium
Einführung von Harald Lillmeyer
Werke für Sologesang und Begleitung, Vokalensemble und Instrumentalensembles von Wilfried Hiller, Johann Erasmus Kindermann, Rudi Spring, Heinrich Schütz, Peter Kiesewetter und Andreas Hammerschmidt
Hochschule für Musik und Theater München in Verbindung mit dem Schul- und Kultusreferat der Landeshauptstadt München
Konzeption: Harald Lillmeyer
Alle drei Filme wurden im Gasteig, Rosenheimer Str. 5 im Vortragssaal der Bibliothek gezeigt.
16. Februar, 19 Uhr
S 21 - La machine de mort de la khmer rouge
Die Todesmaschine der Roten Khmer
F 2002, 101 min., OmU, Regie: Rithy Panh, Ros Sareth
Das Terror-Regime der Roten Khmer verwandelte Kambodscha zwischen 1975 und 1979 in einen Albtraum. Ganze Familien wurden als angebliche Staatsfeinde inhaftiert, zu Tode gefoltert oder hingerichtet. Über zwei Millionen Menschen starben. Die größte Tötungsmaschine war Tuol Sleng in der Hauptstadt Phnom Penh, genannt S21. Von 20.000 Insassen überlebten nur sieben die Qualen. Rithy Panh hat zwei der Überlebenden von S21 ausfindig gemacht. In Tuol Sleng begegnen sie den einstigen Tätern. Sie sprechen mit den ehemaligen Wärtern, dem Leiter der Verhöre, dem Fahrer der Todestransporte, dem Arzt, der das Morden mit Gutachten begleitete.
Filmgespräch: Renate Grasse, Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik
17. Februar, 19 Uhr
Long Night´s Journey into Day
Eine Reise durch die Nacht in den Tag
USA 200, 94 min, OmU, Regie: F. Reid, D. Hoffmann
Mehr als 40 Jahre lang herrschte in Südafrika die berüchtigste Form von Rassismus seit dem Nationalsozialismus. Als das Regime schließlich zusammenbrach, forderten jene, die die Herrschaft der Apartheid unterstützt hatten, Straffreiheit für ihre Verbrechen. Ihre Opfer aber forderten Gerechtigkeit. Als Kompromiss wurde die „Wahrheitskommission" (Truth and Reconciliation Commission) gegründet, die Opfer und Verfolger zusammen bringt. Der Film verfolgt die Arbeit der Wahrheitskommission über zwei Jahre und erzählt Geschichten von Konflikt, Vergebung und Erneuerung.
Filmgespräch: Dr. Annette Eberle, Historikerin mit dem Schwerpunkt Geschichte des Nationalsozialismus.
18. Februar, 19 Uhr
The Imam and the Pastor
Der Imam und der Pastor
Dokumentarfilm 2006, 40 min, OmU, Regie: Alan Channer
Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen sind in vielen afrikanischen Ländern an der Tagesordnung. Oft enden sie gewalttätig, wie in Kaduna, im nördlichen Nigeria, in den 1990er Jahren. Imam Muhammad Ashafa und Pastor James Wuye waren Anführer zweier verfeindeter Milizen. Imam Ashafa musste die Ermordung seiner nahen Angehörigen durch christliche Milizen erleben. Pastor Wuye verlor eine Hand, als Muslime versuchten, ihn zu ermorden. Wie es ihnen gelungen ist, Misstrauen, Hass und Angst, aber auch die Verschiedenheiten von kulturellen Werten und religiöser Prägung zu überwinden und zu gemeinsamen Positionen zu finden, davon erzählt dieser höchst eindrucksvolle Film.
Filmgespräch: Dr. Annette Eberle, Historikerin mit dem Schwerpunkt Geschichte des Nationalsozialismus.






