Schule aus. Was dann?
Schule aus. Was dann?
Auf der Suche nach dem Ernst des Lebens
1. Das Projekt
2. Das Medienpaket
3. Die Theorie zum Projekt
Untersuchungen zur Lage der Jugend und zu den Ursachen rechtsextremistischer Haltungen von Jugendlichen weisen den Orientierungsproblemen eine zentrale Rolle zu. Orientierungsprobleme resultieren aus der zunehmenden Unübersichtlichkeit und Komplexität moderner Gesellschaften und aus der Auflösung traditioneller sozialer Bindungen.
Besonders am Ende der Schulzeit ist Orientierung gefragt. Es muss eine Entscheidung über die künftige weitere Ausbildung für das individuelle Berufsziel getroffen werden. An diesem Punkt setzte das Projekt "Schule aus. Was dann?" ein.
1. Das Projekt
Das Projekt unterteilte sich in drei Abschnitte:Momentaufnahme
Der erste Teil war eine Momentaufnahme zur subjektiven Lebenslage Jugendlicher in München. Insgesamt wurden mit 137 Jugendlichen und Erwachsenen Video-Interviews durchgeführt. Es ging um die Fragen: Wie sehen Jugendliche ihre Situation am Ende der Schulzeit? Wie schätzen Erwachsene die Chancen und Schwierigkeiten von Jugendlichen ein, wenn die sich auf den Weg in die Erwachsenenwelt machen (sollen)? Was ist wichtig im Leben und welche Rolle spielt dabei der Beruf?
Die Interviews wurden ausgewertet und zu einem Videofilm mit dem Titel "Schule aus. Was dann?" zusammengestellt. Im Frühjahr 1996 wurde diese Dokumentation dem Publikum vorgestellt.
Aktionsprogramm
Auf der Grundlage der Ergebnisse der ersten Phase wurde ein Aktionsprogramm für Jugendliche eingerichtet. Es bot ihnen die Möglichkeit, mit Videokamera, Fotoapparat oder Tonbandgerät vor Ort, im realen Leben, Standpunkte und Sichtweisen zum Thema zu erkunden, Orte und Institutionen der Berufsbildung zu erforschen und Ausbildungsrichtungen und die damit verbundenen Chancen und Beschränkungen kennen zu lernen.
Mit diesem Programm konnten sich die Jugendlichen aktiv mit ihren Ängsten und Unsicherheiten auseinandersetzen, und sie konnten testen, welche Orientierungen und Orientierungsmöglichkeiten es gibt und wie hilfreich sie sind. Ihre Ansprechpartner/innen waren zum Beispiel Jugendliche, die sich in einer Ausbildung oder im Studium befinden, Berufsanfänger/innen, Ausbilder/innen, Mitarbeiter/innen von Personalabteilungen, Bildungs- und Wirtschaftspolitiker/innen und Jugendforscher/innen.Vormittags wendete sich das Aktionsprogramm an Schulklassen, nachmittags konnte es von allen interessierten Jugendlichen offen genutzt werden. Der Projektraum hatte im Sommer 1996 sechs Wochen lang seine Pforten geöffnet. Eine Vielzahl an Video- und Tonaufnahmen, Fotos und Texten wurden anschließend ausgewertet und für das Medienpaket "Schule aus. Was dann?" zusammengestellt.
Hearing
Die dritte Projektphase schließlich baute auf den Erfahrungen und Ergebnissen des Aktionsprogramms auf. In einem Hearing stellten Jugendliche ihre Sichtweise der Situation vor und präsentierten Ideen, wie sie bei der Orientierung besser unterstützt werden können. Dazu waren Expert/innen eingeladen, um mit ihnen Lösungsvorschläge zu diskutieren. Das Hearing fand im Frühjahr 1997 statt.






