United Culture - praxis
United Culture
Eine multikulturelle Spurensuche für Jugendliche im Münchener Stadtteil Haidhausen
1. Das Konzept
2. Die Praxis
3. Der Umfang des Projekts
4. Ein kurzes Resümee
5. Wie das Projekt zustande kam
2. Die Praxis
am Beispiel des Schulklassenprogramms
Der Einstieg war kurzweilig: Nach einer kurzen Begrüßung und Erläuterung des Projektes gab es gleich etwas zu raten. In einem Videoclip sprach ein junger Mann einen Begrüßungstext in fünf Sprachen. Welcher Nationalität gehörte er aber wirklich an? Woran war das zu erkennen? Die Lösung war so schwierig, dass nur wenige darauf kamen. Auch als der Darsteller dann live auftrat, blieb es schwer. Erst die "Ausweiskontrolle" brachte es ans Licht.
Danach griff derselbe Mitarbeiter zum Filzstift und zeichnete auf Zuruf der Schülerinnen und Schüler einen typischen Bayern. Die Jugendlichen wussten, wie so einer ausschaut: Hut mit Gamsbart, dicke Nase, Vollbart, Bierbauch, Lederhose, Haferlschuah und so weiter. Aber der Vergleich mit der Wirklichkeit zeigte wiederum, wie wenig das Vorurteil mit der Realität zu tun hat: Zwei der Mitarbeiter waren Bayern und sahen überhaupt nicht so aus.
Ein ganz kurzer historischer Vortrag über die Theorie, wo die Bayern eigentlich herstammen, machte deutlich, dass auch sie einmal Einwanderer waren. Bevor die Bayern aus Böhmen kamen, waren die Römer da. Und noch früher waren es die Kelten.
Im Anschluss wurde die Aufmerksamkeit auf den Stadtteil Haidhausen gerichtet: In einer kleinen Tondiaschau wurden einige Antworten auf eine Umfrage eingespielt und mit Dias illustriert. Die dabei gestellten Fragen wurden danach auch mit den Schülerinnen und Schülern diskutiert: Warum heißt der Pariser Platz so und woher kommt das "Franzosenviertel"? Was essen Sie am liebsten? Was ist eigentlich ein Ausländer und wie hoch ist der Anteil in Haidhausen? Was bedeutet multikulturell?
Damit war das Einstiegsprogramm beinahe abgeschlossen. Alle Medien, die im produktiven Teil zum Einsatz kommen würden, waren hier bereits vorgestellt worden. Nach dem Zufallsprinzip wurden nun Kleingruppen gebildet, die dann in den Stadtteil ausschwärmten: mit Videokamera, Fotoapparat, Tonband und Klemmbrettern. Jede Gruppe bearbeitete ein bestimmtes, vorgegebenes Thema. Es kam vor, dass sie von dieser Vorgabe nicht begeistert waren. In einigen Fällen hatten sie selbst eine bessere Idee, die dann auch umgesetzt wurde. Im Projektraum war währenddessen die Comicgruppe aktiv.
Nach mehr als zwei Stunden aktiver Spurensuche kamen die Gruppen zurück. Abschließend präsentierten sich die Jugendlichen gegenseitig ihre Produktionen. Alles in allem haben sich die Schülerinnen und Schüler gute vier Stunden lang mit überwiegend begeistertem Engagement am Projekt beteiligt.






