Grundrechte-Projekt für Schulklassen

ein Schulklassenprogramm zu Wert und Bedeutung von Grundgesetz und Grundrechten in der NS-Zeit und heute, entwickelt und erprobt durch die Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik e.V.

 

 

Schulklasse Grundrechte

 


Modellprojekt zur Vermittlung von Grundrechten

 

Bildungsarbeit für junge Menschen zum Thema Nationalsozialismus muss bestimmten Kriterien genügen, um Jugendliche auch wirklich zu erreichen. Dazu gehören u.a. Lebensweltbezug und Aktualität sowie das Aufzeigen positiver Werte (siehe Positionspapier des Netzwerks demokratische Bildung München zum NS-Dokumentationszentrum).

 

Ein wichtiger Garant für Demokratie und rechtlich begrenzte, durch Verfassungsorgane kontrollierte Staatsgewalt ist das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Es wurde verfasst auf dem Hintergrund der Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus in Deutschland und 1949 verabschiedet. Im Grundgesetz wurden die Grundrechte festgeschrieben Heute kann sich jeder auf diese Grundrechte berufen und sie notfalls auch einklagen. Damit bilden die Grundrechte auch eine Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart und transportiert die bitteren Lehren aus der unheilvollen Zeit der Nazi-Diktatur in die Gesellschaft der Gegenwart.

Jungen Menschen zu vermitteln, über welche Grundrechte sie verfügen, und woher diese kommen, entspricht daher obengenannten Kriterien für die Bildungsarbeit im Rahmen des Münchner NS-Dokumentationszentrums. Das Projekt hat Methoden zu erprobt, die geeignet sind, Jugendliche dazu zu bewegen, sich mit Grundrechten und demokratischen Werten damals und heute auseinander zu setzen. Die Schülerinnen und Schüler konnten erfahren, dass es gute Gründe gibt, die NS-Vergangenheit Deutschlands nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Angesichts der Entwicklung von Schule in Richtung einer immer umfassenderen Bildungsinstitution ist zunehmend die Kooperation von schulischen und außerschulischen Bildungsanbietern gefragt. Das betrifft auch den Bereich der politischen Jugendbildung, der ebenfalls zukunftsweisende Konzepte und Methoden entwickeln muss, um in und mit Schulklassen erfolgreich wirken zu können. Besonderes Interesse gilt in diesem Kontext auch der Umsetzbarkeit des Projektansatzes in verschiedenen Schultypen und gegenüber verschiedenen Zielgruppen (u.a. Jugendliche mit Migrationshintergrund).

Es ist davon auszugehen, dass Schulklassen einen wichtigen Teil der Besucherinnen und Besucher des NS-Dokumentationszentrums darstellen werden. Für das Bildungskonzept des NS-Dokumentationszentrums wird es daher von Bedeutung sein, auf welche Konzepte und Methoden bei der Entwicklung guter und wirksamer Schulklassenprogramme zurückgegriffen werden kann. Zu diesem Instrumentarium hat dieses Modellprojekt seinen Teil beigetragen.

 

Kurzbeschreibung des Modellprojekts Grundrechte
Ein Zweierteam (Pädagoge und Pädagogin) besuchen Schulklassen in ihrem Klassenzimmer und führen ein Programm zum Thema Grundgesetz durch. Dafür werden 6. - 8. Klassen aller Schularten des dreigliedrigen Systems aufgesucht. Das Programm nimmt drei Schulstunden in Anspruch. Anhand eines exemplarischen Grundrechts aus dem Grundgesetz wird bearbeitet, was dieses Grundrecht bedeutet, und was passieren könnte, wenn es fehlen würde. Hintergrund dafür bilden Informationen aus der Zeit des Nationalsozialismus einerseits und aus aktuellen Krisensituationen in der heutigen Zeit andererseits. Für die Jugendlichen soll nachvollziehbar gemacht werden, welche Zusammenhänge bestehen zwischen der Zeit des Nazi-Regimes, der Formulierung des Grundgesetzes 1949 und der heutigen Bedeutung von Grundrechten.

Das Modellprojekt hat jeweils drei Klassen an Hauptschule, Realschule und Gymnasium besucht, dort Erfahrungen gesammet und wird abschließend einen Bericht zur Verfügung stellen. Die ausgewählten Klassen sollten möglichst gleiche Jahrgangsstufen darstellen, um die Erfahrungen unmittelbar miteinander vergleichen zu können.


Ein weiterer wichtiger Grund für die Wahl der Altersstufen liegt in dem Phänomen, dass jüngere Jugendliche vor allem im Altersbereich von ca. 12 bis 15 Jahren offensichtlich besonders interessiert auf Einflüsse rechtsextremer Gruppierungen reagieren. Wenn also in dieser Altersstufe die Entwicklung politischer Wertmaßstäbe eine besondere Rolle spielt, sollte die politische Jugendbildung adäquate Beiträge liefern.

Im Ergebnis des Modellprojekts soll beschrieben werden können, welche Methoden im Rahmen von Schulklassenprogrammen erfolgreich einsetzbar sind, um das gewünschte Bildungsziel, in diesem Falle die Auseinandersetzung mit den Grundrechten und ihrer Geschichte zu erreichen. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse kann ermittelt werden, welche Modifikationen des Programms je nach Schulart notwendig sind, und welche Vorgehensweise die Bildungsarbeit mit Jugendlichen nichtdeutscher Herkunft in diesem thematischen Kontext verbessert.

 

 

Das Schulklassenprogramm wurde durchgeführt im Zeitraum vom 29. Juni - 24. Juli 2009.

 

Insgesamt haben 187 Schülerinnen und Schüler am Modellprojekt teilgenommen. Auf folgende Schultypen teilten sie sich auf:

 

Schultyp Anzahl der SchülerInnen
Hauptschule 43
Realschule 81
Gymnasium 63

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Bericht zum Modellprojekt "Grundrechte vermitteln"

 

 

Das Projekt wird gefördert durch die

 

lhm_kindl_kl.jpg

Landeshauptstadt München

Kulturreferat, und

Sozialreferat / Stadtjugendamt

 

 

 

Das AGFP Spendenkonto:

Bank für Sozialwirtschaft
Konto 880 83 00
BLZ 700 205 00

Tagung

macht_-_arabien_-_demokratie

Macht - Arabien - Demokratie?

 

Wandlungsprozesse in Syrien und Ägypten

27. / 28. Januar 2012

Weitere Infos

Neu im Web: 089 gegen Rechts

Internetseite 089 gegen Rechts

Die neue gemeinsame Seite von FIRM, KJR München-Stadt und dem Netzwerk demokratische Bildung:

089 gegen Rechts

Infos zum Netzwerk

Verzeichnis: Angebote zur Gewaltprävention

Angebote zur Gewaltprävention

Die Broschüre: "Angebote zur Gewaltprävention" enthält Informationen für Lehrkräfte, Eltern, Schulsozialarbeit und ErzieherInnen an Münchner Schulen

Zum Download

Ausstellung: Ziviler Friedensdienst

Ausstellung 10 Jahre Ziviler Friedensdienst

"Wir scheuen keine Konflikte"
Ausstellung und Programm für Schulklassen
27.01.2011 - 24.02.2011 im
Anton-Fingerle-Bildungszentrum

Weitere Infos

Buch Friedenspädagogik:

Friedenspädagogik Rowohlt Verlag

Das aktuelle Buch über Friedenspädagogik, herausgegeben von Renate Grasse, Bettina Gruber und Günther Gugel. Jetzt im Buchhandel erhältlich.

Weitere Infos