Mobbing

1. Was ist Mobbing und warum gibt es Mobbing?

2. Studien zum Thema Mobbing

3. Täter, Opfer, Zuschauer

4. Folgen von Mobbing

5. Was tun gegen Mobbing?

 

 

1. Was ist Mobbing und warum gibt es Mobbing?

Über Mobbing wird viel geredet, jedoch was es genau ist und wieso es so fatal für Kinder und Jugendliche ist, ist oftmals unbekannt.

Mobbing ist eine spezielle Form von Gewalt. Der entscheidende Unterschied ist, dass in diesem Fall nicht nur individuelle Differenzen im Vordergrund stehen, sondern der soziale Kontext eine bedeutende Rolle spielt. Mobbing in der Schule bezieht sich auf Interaktionen, in denen mindestens ein Schüler als Initiator der negativen Handlung und ein Schüler als Empfänger beteiligt sind. Es ist eine Gewaltform, die sich gegen Einzelne in der Klasse richtet und bezeichnet schikanöse Attacken durch einen oder mehrere Angreifer, die auf ein Opfer gerichtet sind, welches viel schwächer als der oder die Angreifer sind. Angriffe haben die Intention dem Opfer zu schaden, sind wiederholt und über einen längeren Zeitraum hinweg. Sie können in direkter Form (körperlicher Gewalt) oder in indirekter Form (Ausschluss aus der Gemeinschaft) stattfinden.

Unter Mobbing fallen jedoch keine Schlägereien zwischen annähernd gleich starken Kontrahenten und ebenso muss es von anderen Verhaltensphänomenen wie z.B. den Tobspielen, dem Necken und den Belästigungen abgegrenzt werden. Die Übergänge sind oftmals fließend und für außenstehende Personen schwer zu erkennen. Somit ist es für Erwachsene umso komplizierter einzugreifen, wenn es sich um Mobbing handelt, aber sich genau dann zurückzuhalten, wenn entwicklungstypische Verhaltensweisen auftreten.

 

2. Studien zum Thema Mobbing

 

Pionierarbeiten zu dem Phänomen Mobbing wurden bereits in den siebziger Jahren von dem Skandinavier Dan Olweus (1978) vorgelegt. Dieses Thema wurde zuerst von anderen skandinavischen Forschergruppen und darauf allmählich auch von internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaften aufgegriffen. Ebenso in Deutschland und den USA finden nun intensive Diskussionen über diese Thematik statt.

 

Nach Untersuchungen in Deutschland geht man davon aus, dass in weiterführenden Schulen im Schnitt einer von sieben Schülern manchmal und etwa 4% der Schüler ein- oder mehrmals pro Woche schikaniert werden.

In der Grundschule liegen die Zahlen höher: Einer von vier Schülern berichtet, dass er schikaniert wird, 8% werden ein- oder mehrmals pro Woche gemobbt.

Mit zunehmendem Alter nimmt körperliches Schikanieren ab, psychische Verletzungen nehmen zu.

Jungen erleiden öfter körperliche Mobbing, d.h. werden geschlagen und bedroht - und sie üben auch häufiger diese Form des Mobbing aus.

Mädchen erleiden eher indirekte Formen des Mobbing: Es möchte z.B. niemand mit ihnen reden oder es werden Gerüchte über sie verbreitet.

(Schleswig-Holstein: Hanewinkel & Knaack; München: Schäfer & Korn)

 

 

3. Täter, Opfer, Zuschauer

Jede und jeder kann zum Mobbingopfer werden. Irgendwelche äußerlichen Merkmale (zu dick, zu helle Haare ...) spielen nicht die Rolle, wie man meint.

Die Täter sind in der Regel etwas stärker und etwas älter als die Opfer- Sie suchen sich solche Opfer aus, von denen keine Gegenwehr zu erwarten ist.

Viele Kinder sind Opfer und Täter: Sie reagieren schnell verletzt, reagieren überzogen, geben die Unterdrückung an Schwächere weiter.

Sowohl unter den Tätern als auch unter den Opfern finden sich häufiger Jungen.

Die Zuschauer, die Wegseher, die Unterstützer und Im-Stich-Lasser beobachten das Geschehen mit Interesse oder Abscheu, aber sie greifen nicht ein. Sie haben eigentlich kein Interesse daran, andere zu quälen oder zu tyrannisieren. Aber sie lassen es zu und unternehmen nichts dagegen.

 

4. Folgen von Mobbing

Ein Viertel der Schüler bewerten das Schikanieren anderer als nicht besonders schlimm. Diese Einschätzung ist falsch.

Folgen für die Opfer:

  • Gefühle der Unkontrollierbarkeit, der Hilflosigkeit
  • Negatives Selbstwertgefühl
  • Gefühle des Selbstmitleids sowie Selbstbeschuldigung
  • Einsamkeitsgefühl
  • Angstsymptome
  • Depression
  • Beziehungsprobleme
  • Bettnässer
  • Gestörtes Essverhalten
  • Leistungsabfall in der Schule
  • Meiden der Schule / wollen nicht in die Schule

 

Folgen für die Täter:

  • negatives Selbstwertgefühl
  • Ablehnung durch Gleichaltrige (v.a. ab 11, 12 Jahren)
  • Beziehungsprobleme
  • Depressionen
  • Störung des Sozialverhaltens
  • Delinquenz (kriminell werden)
  • Fehlendes prosoziales Verhalten
  • Ablehnung durch Erwachsene

 

 

5. Was tun gegen Mobbing?

Mobbing braucht die soziale Aufmerksamkeit - von Lehrkräften, Eltern und Mitschülern.

Im akuten Fall ist neben den Gesprächen mit den Opfern und den Tätern vor allem das Klassengespräch wichtig. Die Gemeinschaft ist mit dafür verantwortlich, dass das unerwünschte Verhalten unterbleibt. Sie hilft den Tätern, ein anderes Verhalten zu zeigen und damit Akzeptanz zu finden. Und sie zeigt den Opfern, dass sie unterstützt werden.

Wichtig und effektiv ist die Vorsorge gegen Mobbing.

Vorsorge fängt bei der Haltung der Erwachsenen zum Mobbing an: Es gibt keinen einzigen Grund, der rechtfertigt, dass jemand schikaniert wird.

Mobbing-Vorsorge für die ganze Schule:

  • Klare Regeln, die alle einhalten
  • gute Aufsicht
  • gute Kooperation zwischen Eltern und Lehrern
  • Schulkonferenzen zum Thema und Fortbildungen für die Lehrkräfte
  • Aufmerksamkeit für das Thema

Mobbing-Vorsorge für die Klasse:

  • Klassenregeln, die immer wieder erarbeitet werden
  • Regelmäßige Klassengespräche
  • Klassenaktivitäten
  • Zusammenarbeit Klassenelternbeirat - Lehrkräfte

Mobbing-Vorsorge im Elternhaus

  • Wertschätzendes Klima
  • Keine machtorientierte Erziehung

 

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