Gewaltprävention

Konflikte gehören zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, wie auch zum Leben sonst. Sie sind Anlass für Auseinandersetzung, schaffen Kontakt und fördern die Entwicklung. Eine konstruktive Begegnung verändert die Beziehungen meist positiv.

Methoden und Konzepte sind zwar hilfreich. Doch verschiedenste Faktoren spielen eine Rolle, wenn Konflikte zunehmen. Ein gemeinsames Verständnis im Team der Einrichtung zur Arbeit mit Konflikten ist der Ausgangspunkt für die Implementierung einer konstruktiven Konfliktkultur.

Aspekte des Konfliktverhaltens - Toleranz, Fairness, Kommunikation, Gewaltverzicht, Perspektivenwechsel, Partizipation - sind mit demokratischen Werten verknüpft. Die Auseinandersetzung mit und Reflexion von Konflikten fördert die Entwicklung gemeinsamer Werte.

Die Fähigkeiten und das notwendige Wissen zum Umgang mit Konflikten können gelernt werden. Die AGFP vermittelt dazu die Erkenntnisse der Friedens- und Konfliktforschung in die pädagogische Praxis.

 

- Fachberatung und Fortbildungen für Sozialarbeiter*innen, Lehrer*innen, Erzieher*innen

- Seminare für Kinder, Jugendliche bzw. Schulklassen

- Elterninformationsabende

Konfliktbearbeitung
 
 
 
 
Mobbing in der Schule

Mobbing ist eine spezielle Form der Gewalt. Es bezeichnet schikanöse, wiederkehrende Attacken durch einen oder mehrere Angreifer*innen, die auf einen Mitschüler*in gerichtet sind. Mobbing ist ein Gruppenphänomen, das durch das Verhalten der ganzen Gruppe ermöglicht und aufrechterhalten wird.

 

In allen Schulformen und Altersstufen kann Mobbing entstehen. Schulklassen, die in der Lage sind gleichwertig und demokratisch das Miteinander, die Normen und Werte auszuhandeln, sind gegen Machtmissbrauch einzelner Schüler*innen und somit vor Mobbing besser geschützt. Prävention und Intervention müssen deshalb Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern für destruktive Dynamik von Mobbing sensibilisieren und ihre Selbstwirksamkeit und ihr Verantwortungsbewusstsein fördern.

 

Zur Intervention braucht es eine klare und eindeutige Haltung in der Schulgemeinschaft, die Mobbing beendet und konstruktive Veränderungen in der Klassengemeinschaft ermöglicht.

 

Wir unterstützen Schulen und Einrichtungen durch Fachberatung, Fortbildung, Elterninformation und Maßnahmen in Gruppen.

Gewaltprävention in der Friedenspädagogik

Das erklärte Ziel der Friedenspädagogik ist es, zur Gewaltminderung in der Beziehung zwischen Staaten, im gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Zusammenleben beizutragen. Gewalt kann nicht als isoliertes Phänomen verstanden werden. Ohne Berücksichtigung von kulturellen, sozialen und politischen Kontexten ist Gewalt nicht zu begreifen und auch nicht zu verändern. Zur Gewaltprävention in der Friedenspädagogik gehört daher die Reflexion und Bearbeitung des jeweiligen Kontextes.

 

Gewaltprävention in pädagogischen Handlungsfeldern ist davon abhängig, was unter Gewalt verstanden wird und welche Formen der Konfliktbearbeitung bevorzugt werden.

Bei Kindern und Jugendlichen sind die Vorstellungen darüber, was Gewalt ist und wie mit Konflikten umgegangen wird, ebenso unterschiedlich wie in der gesamten Gesellschaft. Partizipative Aushandlungsprozesse über die geteilte Verantwortung und über gemeinsame Werte sind daher unverzichtbar in der Gewaltprävention.

 
Demokratische Bildung und Konfliktbearbeitung

In manchen Anfragen zeigt sich, dass Konflikte nicht losgelöst von gesellschaftspolitischen Entwicklungen stattfinden. Ausgrenzungsdynamiken im Kleinen laufen oftmals entlang von (zugeschriebenen) Merkmalen, die auch gesamtgesellschaftlich als bedeutungsvoll gelten. Für die konkrete Konfliktbearbeitung kann es folglich gewinnbringend sein, die gesellschaftlichen Dynamiken mit in den Blick zu nehmen und zu reflektieren. So kann ein tieferes Verständnis für das Konfliktgeschehen erlangt werden, um daraus Handlungsoptionen zu entwickeln. Die Fachbereiche der AGFP – Gewaltprävention, demokratische Bildung und Partizipation – führen ihre Kompetenzen zusammen, um diese Wechselwirkungen in den Blick zu nehmen und neue Ansätze in der Arbeit mit Gruppen zu entwickeln.
Für dieses Themenfeld bieten wir Fachberatungen in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit an und stehen für Prozessbegleitung zur Verfügung. In Modellprojekten erproben wir weiterhin die Bearbeitung dieser Dynamiken.

In München bieten 13 Einrichtungen – gefördert vom Sozialreferat / Stadtjugendamt – Gewaltprävention für Schulen an. Das Spektrum reicht von Fortbildungen für Lehrkräfte und Schulsozialarbeit über Elternvorträge, mehrtägige bzw. längerfristige Programme mit Schulklassen, Konfliktmoderationen bzw. Mediation bis hin zu Einzelberatungen für Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte.

 

Der Arbeitskreis fördert den fachlichen Austausch der Anbieter und die Information von Fachkräften in Schule und Jugendhilfe. Zur Förderung der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit wurden gemeinsame Standards entwickelt, die die gegenwärtige Praxis beschreiben und wichtige Impulse für die weitere Entwicklung der Gewaltprävention in der Schule liefern.

 

Die AGFP koordiniert den Arbeitskreis Gewaltprävention an Schulen seit 2009. Mehr...

Arbeitskreis Gewaltprävention an Schulen in München
Gefördert durch